Diesen Edeka Neubau verhindern

Die Edeka plant in Eichwalde einen Neubau auf den Grundstücken "Puschkinallee 4-6" und "Am Graben 64-66". Die Grundstücke sind zusammen ca. 6400m² groß und laut Flächennutzungsplan der Gemeinde derzeit Wohngebiet. Die Edeka drängt nun darauf, dass der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet wird. Damit entstünde mitten im Wohngebiet ein großer Verbrauchermarkt. Dafür müsste ein Wald gerodet und bestehender Wohnraum abgerissen werden. Zudem würde deutlich mehr Autoverkehr in den Ortskern gezogen. 

Das ist geplant

Die Edeka will einen Vollversorger mit einer Verkaufsfläche von 1500m² + Nebenflächen + Anlieferung und 80 Parkplätzen errichten. Das Grundstück soll maximal ausgenutzt werden, sodass der Markt so groß wie möglich sein kann.

Das passiert gerade

Die Gemeindevertretung hat am 07.10.2025 verabredet, dass eine AG aus den Mitgliedern der Fraktionen, der Verwaltung und Vertretern Edekas gegründet wird, um die Umsetzbarkeit des Vorhabens vorab zu diskutieren. Diese AG hat am 18.11.2025 erstmals getagt und noch keinen Kompromiss gefunden. Die Edeka wurde aufgefordert einen Verkehrsgutachter zur Abschätzung der Lage zu konsultieren.

Am 08.12.2025 hat die Edeka eine Unterschriftenaktion für den Neubau gestartet. Kunden werden aktiv angesprochen und unter Auslassung wichtiger Informationen irregeführt. Dem möchten wir mit dieser Webseite etwas entgegensetzen.

Quelle: Präsentation zur Gemeindevertretung am 07.10.2025: *klick*

Quelle: Präsentation zur Gemeindevertretung am 07.10.2025: *klick*

Darum ist das problematisch

Wohnraum wird vernichtet
Es soll eine alte Stadtvilla abgerissen und der dortige Wohnraum zerstört werden. Das widerspricht dem Leitbild der Gemeinde, das die Errichtung von bezahlbarem Wohnraum vorsieht.

Es entsteht zusätzlicher Verkehr mitten im Wohngebiet
Die Edeka behauptet, dass die Folgen für den Verkehr derzeit nicht abgeschätzt werden können. Gleichzeitig wird argumentiert, dass man mit dem neuen Markt Verbraucher nach Eichwalde locken und Kaufkraft für den Ort gewinnen möchte. Das widerspricht sich.
Fakt ist, dass 80 Parkplätze ganz klar auf den Einkauf mit dem PKW abzielen und ein Vollversorger dieser Dimension offensichtlich den Kunden vom Typ "Wocheneinkauf" anlocken möchte. Die Ladengröße würde verdreifacht und entsprechend entsteht auch deutlich mehr Lieferverkehr als bisher.

Gefahr für Schüler
Die Einfahrten zum geplanten Edeka führen über Schulwege, die von zahlreichen Kindern und Jugendlichen auf dem Weg zur Grundschule und zum Gymnasium genutzt werden. Der zusätzliche Verkehr an dieser Stelle stellt ein schwer zu vertretendes Risiko für unsere Kinder dar.

Parkplatzprobleme in der Puschkinallee & Am Graben
Die Puschkinallee wird regelmäßig bis zur Schmöckwitzer Straße "zugeparkt". Ähnlich sieht es "Am Graben" aus. Mit der Errichtung des Marktes wird ein Parkverbot bzw. eine Neuordnung des Verkehrs (z.B. Einbahnstraße) in dem Gebiet wahrscheinlich, damit der Lieferverkehr den Markt erreichen kann. Die Straßen werden bisher von vielen Mitbürgern genutzt, um dann mit der S-Bahn zu pendeln. Auch an Elternabenden im Gymnasium sind die Straßen regelmäßig voll.

Schwächung der Bahnhofstraße
Die Edeka behauptet, dass der neue Markt den Standort "Bahnhofstraße" stärken wird. Dabei läge der neue Markt nicht einmal in der Bahnhofstraße und Laufkundschaft würde so aus der Straße abgezogen werden. Zudem stellt ein Vollsortimenter dieser Größe zahlreiche Produkte zur Verfügung, die in den bisherigen Geschäften in der Bahnhofstraße angeboten werden. Schreibwaren, Backwaren, Bücher, Bioprodukte, Stoffe und Bastelmaterialien sind bei Märkten dieser Größenordnung üblicherweise im Sortiment. Die Gemeinde kann hier beim Bebauungsplanverfahren mit schwammigen Formulierungen, die rechtlich kaum bis gar nicht einklagbar sind, gegensteuern. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten.

Boden wird versiegelt
Die Planung sieht eine fast vollständige Versiegelung des Bodens vor. Das überschüssige Regenwasser kann auf den wenigen verbleibenden Grünflächen nicht versickert werden.

Es entsteht eine Hitzeinsel
Die derzeitige Planung sieht die Errichtung von 80 unverschatteten Parkplätzen vor. Aus einer der letzten großen Grünflächen im Ort würde somit eine Hitzeinsel in direkter Nachbarschaft zum Marktplatz.

Die Bäume entlang des Parkplatzes (siehe Bild oben) dürften nach geltendem Nachbarschaftsrecht so nicht angepflanzt werden, da der Mindestabstand zu den Nachbargrundstücken unterschritten würde. Dieser beträgt für Obstbäume 2m und sonst sogar 4m oder mehr.

Link zum Brandenburgischen Nachbarrechtsgesetz: *klick*

Geschützter Wald würde gerodet
Nach aktueller Planung muss jeder einzelne Baum auf den Grundstücken gefällt werden. Der Wald auf den Grundstücken "Am Graben 64-66" gilt nach §12 des Waldgesetz des Landes Brandenburg sowohl als "[5400] kleine Waldfläche im waldarmen Gebiet" als auch "[3100] lokaler Klimaschutzwald" und somit als "besonders schützenswert".

Link zum Geoportal der Brandenburger Forst: *klick*
Link zum Brandenburger Waldgesetz: *klick*
Link zur Erläuterung der Waldfunktionen: *klick*

Ein Feinstaubfilter geht verloren
Mit dem Wald geht ein wichtiger Feinstaubfilter im Ort verloren. Als Einwohner Eichwaldes sind wir durch den Flughafen und Verkehr bereits weit überdurchschnittlich belastet. Jeder Baum im Ort hilft bei der Reduktion des Feinstaubs. Durch den zusätzlichen Verkehr würde die Problematik sogar noch verschärft.

Hohe Risiken für die Gemeinde
Für die Instandhaltung der Gemeindestraßen ist die Gemeinde verantwortlich. Sowohl die "Puschkinallee" als auch die Straße "Am Graben" sind mit Kopfsteinpflaster eingedeckt. Diese Straßen sind nie für Schwerlastverkehr ausgelegt worden. Nach derzeitiger Planung liegt das finanzielle Risiko zu 100% bei der Gemeinde. Wenn die Straßen aufgrund des gesteigerten Verkehrs mit großen Lieferwagen vorzeitig erneuert werden müssen, werden wir einen Millionenbetrag in unseren Haushalt einplanen müssen.

Geringer Nutzen für den Gemeindehaushalt
Supermärkte werden üblicherweise mit geringen Gewinnen (2-3% vom Umsatz) betrieben. Die daraus entstehenden Einnahmen wären für den Gemeindehaushalt nicht bedeutend. Zumal der bisherige Standort nach Aussage des Betreibers gewinnbringend betrieben wird. Der Neubau könnte hingegen für ca. 10 Jahre abgeschrieben werden, sodass in diesem Zeitraum keinerlei Einnahme für den Gemeindehaushalt generiert werden.
Ob sich mit dem geplanten Markt überhaupt Gewinne realisieren lassen, bleibt abzuwarten. Immerhin hat die Eichwalder Gemeindevertretung am 25.11.2025 die Freigabe erteilt, dass der örtliche Lidl seine Verkaufsfläche auf knapp 1450m² verdoppeln darf. Zudem soll auf dem Gelände eine Drogerie errichtet werden. Lidl liegt an einer Hauptverkehrsstraße und ist nur ca. 12min Fußweg vom geplanten Standort des Edeka-Marktes entfernt.

Link zur Tagesordnung der Gemeindevertretung vom 25.11.2025: *klick*

Eine Ruine für Eichwalde
Gelingt es der Edeka nicht, genug Kunden anzulocken, um einen Markt dieser Größenordnung zu erhalten, hätten wir statt Wohnraums, Wald und eines kleinen Edeka in der Bahnhofstraße eine große Ruine im Ortskern. Alteingesessene Eichwalder erinnern sich an den gescheiterterten Plus bzw. Netto in der Schmöckwitzer Straße Ecke Uhlandallee. Durch kostenintensive Umbaumaßnahmen konnte das Gebäude einer alternativen Nutzung zugeführt werden. Ob ähnliches wieder gelingt, wäre bei diesem Bau fraglich.

Einen Supermarkt dieser Dimension mitten im Wohngebiet gibt es nirgendwo anders
Warum wohl? Denken Sie mal darüber nach.
Unter [Downloads] steht Ihnen eine Übersicht über 42 vergleichbare Supermärkte aus der Umgebung zur Verfügung. Kein einziger davon wurde so rücksichtslos mitten in ein Wohngebiet geplant.

Der Bau widerspricht dem Leitbild der Gemeinde in mehreren Punkten
Schauen Sie sich das Leitbild der Gemeinde ruhig an und machen Sie sich ein eigenes Bild:
Link zum Leitbild Eichwaldes: *klick*